Rainald Grebe – Die 90er

Veröffentlicht: 23. September 2010 in fundstücke

Ich sitze hier gerade und warte darauf, dass die Aktion „Fliesenleger flexen fiese Fliesen“ in meiner Küche endlich zu Ende geht und ich endlich ins Büro radeln kann und ich endlich lüften kann (es scheint doch anstrengend zu sein) … Wie kann man die Zeit sinnvoll überbrücken, mit Fremdlingen in der eigenen Bude? Naja, das notwendige Übel Impressum eingebaut, die Blogroll erstellt … und dann?! Man könnte ja mal Youtube nach Videos aus den 90ern aus Berlin schauen. Nein, Nein. Keine Sorge. Das ist keine Herbstmelancholie oder Midlifecrisis oder so´n Zeuch. Um Dendemann zu zitieren: „Es geht mir gut, es geht mir sehr sehr gut. Es könnt kaum besser sein!“

Ey, Landplage, get to the f*cking point !

Jaja, ist ja schon gut …

Jedenfalls bin ich dabei auf dieses seltsam lustig, melancholische Liedchen von Rainald Grebe gestossen. Rein musikalisch für meinen Geschmack nicht so prickelnd, ist der Text doch irgendwie sehr pointiert und auf den Punkt. Möchte ich zwar auch nicht bei allen Punkten „Ich auch! Ich auch!“ mitgröhlen, so trifft es einiges doch schon sehr gut.

Den Blick der Zukunft zugewandt ran an die nostalgischen Gefühle:

Bereits Anfang der 90er Jahre macht sich der damals noch junge Rainald Grebe (geb. 1971) auf in die neuen Bundesländer, um seine künstlerische Karriere als Autor, Comedian und Liedersänger ins Rollen zu bringen. 1997 schließt er sein Schauspielstudium an der Ernst Busch-Hochschule in Berlin erfolgreich ab, um später im Jahr 2000 seinen festen Platz als Dramaturg, Schauspieler und Regisseur am Jenaer Theaterhaus zu finden. 2003 erhält der gebürtige Kölner den Jurypreis beim Prix Pantheon in Bonn, ein Jahr darauf den Publikums- und Jury-Preis beim Kleinkunstfestival des Theaters „Die Wühlmäuse in Berlin. Seine Lieder stecken voller Widerhaken und Doppelbödigkeiten, entfalten ihren niederschmetternden Beigeschmack meist erst nach mehrmaligem Hören. Seine melancholischen Klavierarrangements stimmen nachdenklich bis traurig; seine Texte stecken voller heimtückischer Reime, die kurzfristig zum Lachen anregen, sich langfristig jedoch in den Gehirnwindungen festfressen und dort imstande sind, existentielle Grübeleien auszulösen. Das Tragische im Alltäglichen kann einem zuweilen schwer zusetzen, und oft bleibt einem das Kichern förmlich im Halse stecken. Wie bei einer guten Tragikomödie liegen Lachen und Weinen bei diesem Ausnahmekünstler erstaunlich dicht beieinander.

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